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„Jetzt nicht übermütig werden“
Donnerstag, den 03. November 2011 um 19:18 Uhr

Überglücklich präsentierten sich die Kickboxer der Oyakata Kampfsportakademie nach ihrer Rückkehr von der Europameisterschaft im italienischen Lido Di Jesolo. Gleich fünf Kämpfer kamen aufs Treppchen. Vor allem Jan-Erik Nava konnte sein Glück nicht fassen.


„Ich hatte damit nicht gerecht. Ich musste in den ersten Kämpfen immer über die volle Distanz und habe erst nach Punkten gewonnen. Da zahlt sich das harte Training aus“, freute sich der 18-jährige Ingolstädter Kickboxer. Nach einer kräfteraubenden Vorrunde sah der Kämpfer in der Klasse Vollkontakt mit Sorge auf das Finale. Die Rundenzahl wurde auf drei erhöht. „Ich habe zurückhaltend gekämpft, auf die Deckung achtend und habe dann auf Konter gesetzt. Nach rund einer Minute ist er mit seiner Deckung runter gegangen. Ich habe ihm dann einen rechten Haken verpasst. Als er taumelte, habe ich mit einem linken Kick nachgesetzt“, verriet der Champion. Kurz danach gab sein Gegner auf. „Ich werde jetzt nicht übermütig werden und auf dem Boden bleiben. Nun wird die WM (Herbst 2012 in Dublin) angepeilt. Jetzt heißt es wieder langsam zurück ins Training kommen“, so Jan-Erik Nava weiter.


Frohe Medaillenjägerinnen


Aber auch die anderen Ingolstädter EM-Teilnehmer strahlten um die Wette. Für eine faustdicke Überraschung sorgte Melinda Riester. In der Kategorie Hard-Style-Formen (Kata) zeigte die zehnjährige Kickboxerin sich trotz großer Nervosität extrem sicher und konnte nach der Vorrunde zusammen mit der amtierenden Deutschen Meisterin in dieser Altersklasse Laura von Gruchalla gleich die Veranstaltung anführten. So musste ein Stechen zwischen den beiden den Europameister ausmachen. Mit einer Winzigkeit von 0,1 Punkten musste sich Melinda Riester schließlich mit Platz zwei zufriedengeben. „Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet. Es war ein dummer Fehler, der mich Platz 1 gekostet hat“, ärgerte sich die Athletin und ergänzte: „Ich habe den kleinen Wackler sofort gemerkt.“ Erstmals konnte die Vize-Europameisterin ihre Mannschaftskameradin Tamara Roskovic (10) schlagen. „Ich hatte nicht genug Stärke, da ich sehr nervös war“, so die junge Athletin. „Jetzt ist die WM wichtig. Darauf freuen wir uns alle“, verriet Tamara Roskovic. Aber auch die Dritte im Bunde, Jasmin Riester, präsentierte sich in guter Form. Sie holte in der Klasse Hard-Style-Formen (Jugend) einen guten dritten Platz und zeigte sich damit hochzufrieden, auch wenn ihre Schwester letztlich einen Platz besser als sie war. „Unter die ersten fünf wollte ich unbedingt, aber mit dem Podium habe ich nicht gerechnet. Ich habe es halt so gemacht, wie ich es immer gemacht habe“, sagt die Vierzehnjährige.



Bronze und Veilchen


Während es für die jungen Nachwuchskämpfer die erste Europameisterschaft war, gingen mit Achmed Aktas (45) und Atila Dikilitas (40) zwei erfahrene Hasen in der Kategorie Semikontakt an den Start. Während Achmed Aktas einen ruhigen Wettkampf erlebte und schlussendlich mit einem guten fünften Platz die EM beenden konnte, musste Atila Dikilitas richtig einstecken. Mit einem dicken Veilchen verließ der Kickboxer den Ring. Der Ingolstädter deutete einen Kick an, sein Gegner sprang hoch und zog die Faust durch. Der Schlag des ehemaligen Profiboxers landete direkt auf dem linken Auge des 45-Jährigen. „Ich wollte trotz der Verletzung weitermachen, doch nach größerer Diskussion mit den Ärzten und Schiedsrichtern musste ich aufgeben“, betonte Atila Dikilitas.



Besonders bitter für den Kickboxer. Parallel startete er auch noch in der Kategorie Hard-Style-Formen, wo er einer der Mitfavoriten um den Titel war. Da dieser Wettkampf noch am selben Tag stattfand, war dieser Traum auch frühzeitig beendet. Der einzige positive Aspekt war, dass diese Verletzung bereits im Halbfinale passierte, so dass ihm am Ende zumindest die Bronzemedaille blieb. Große Zeit zum Feiern der Erfolge bleibt jedoch nicht. Derzeit steht Atila Dikilitas schon wieder in der Halle. Diesmal aber schwingt er den Pinsel, da der letzte Feinschliff im neuen Oyakata Trainingszentrum in Eichstätt gemacht werden muss. Ab Ende November haben dann auch die Eichstätter Kickboxtalente ein neues Anlaufzentrum. Und wer weiß, vielleicht versteckt sich auch dort ein neuer Europameister oder eine neue Europameisterin. (ca)

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 03. November 2011 um 19:34 Uhr
 
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