Der Schiedsrichter-Skandal 2.0

(kri) Was haben Ottmar Hitzfeld und Stefan Bachhuber gemeinsam? Die Frage lässt sich ganz einfach beantworten. Beide sind sie Trainer, erster bei der Schweizer Fußballnationalmannschaft, zweiter bei Gerolfing II und dann wäre da noch das Problem mit dem ersten Offiziellen. Denn wie sagte Hitzfeld vor einigen Jahren doch so schön: „Die einen sollen auf dem Fußballfeld pfeifen, die anderen am Strand!“

Ähnliches wird wohl in den vergangenen beiden Wochen dem Gerolfinger Coach durch den Kopf gegangen sein. Immerhin gab es, vor vierzehn Tagen, Diskussionen über Schiedsrichter Wolfgang Inderwies und seine Entscheidungen bei der Partie Gerolfing gegen Arnsberg. In diesem Fall, so hieß es, pfiff er für die Gerolfinger und folglich gegen die Arnsberger.

Das Ergebnis: Ein 4:0 Erfolg für die Heimmannschaft. Aber die Gäste wollten die massigen Fehlentscheidungen nicht hinnehmen und reagierten mit einem Leserbrief, in welchem sie schilderten, wie das Match, aus ihrer Perspektive, wirklich abgelaufen war.

Zentraler Inhalt: Die neun-minütige Halbzeitpause und einige, kuriose Platzverweise. Letzte sorgten, vor allem bei den Spielern aus Arnsberg, für Unmut, sodass beispielsweise Raphael Eckstein mit einem Spielabbruch drohte, sollte eine Partie seines Teams jemals wieder von Inderwies geleitet werden.

Doch bei diesen Vorfällen sollte es nicht bleiben. Bereits ein Wochenende später, kam es zu einem erneuten Zwischenfall in der Kreisklasse I. Daran wieder beteiligt: Ein Schiri und Gerolfing II. Eine Sache jedoch, war beim zweiten Skandal, etwas anders. Das „Opfer“ war Gerolfing, so die Meinung Stefan Bachhubers. „In den ersten 60 Minuten waren alle Entscheidungen, von Seiten des Schiedsrichters, richtig. Aber was dann passiert ist, ist unter aller Kanone gewesen.“

Die Rede ist von einer Gelb-Roten Karte für den Türkisch SV Ingolstadt, woraufhin der Schiedsrichter Hartmut Lederer, laut Bachhuber, mehr denn je, pro Heim-Elf, gepfiffen habe. „Er hatte nach dem Platzverweis Angst vor den Türken.“ Bei solchen Vorwürfen, kann der Abteilungsleiter der Ingolstädter, Fatih Topcu, nur den Kopf schütteln. „Wir hatten während der gesamten 90 Minuten keine Probleme mit Herrn Lederer. Weder die Spieler, noch der Trainer oder gar ich wären also, im Falle einer Niederlage, auf ihn losgegangen.“

Mehr noch: „Bachhuber dürfte eigentlich alles andere als aufgebracht sein. Immerhin durfte er, kurz vor der Verlängerung, nochmals auswechseln und das obwohl es nach der neuen Regelung nicht mehr erlaubt ist.“ Grund für die Auswechselung David Ibraimovics, wäre also, nach Meinung des Türkisch SV, versuchtes Zeitspiel gewesen. „Unser Gegner hat versucht das 1:1 über die Zeit zu retten“, so Topcu. Demnach könne er die Reaktion, von Seiten des Gerolfing Trainers, auch nicht verstehen. Denn wer so spiele, habe sich eine sechs-minütige Nachspielzeit selbst verschuldet.

Demnach dürfte es nun einleuchtend sein, dass die Heim-Elf von fairen Entscheidungen des Schiedsrichters spricht, während Gerolfing, die gesamte Handhabung, als unfair bezeichnet.

Nichtsdestotrotz versteht der Türkisch SV auch, dass manchmal einfach die Tagesform verantwortlich sein kann, für die eine oder andere Entscheidung. „Das gilt für die Spieler, Trainer und vor allem auch die Schiedsrichter. Aber Herr Lederer hat absolut richtig gehandelt.“

Man darf gespannt sein, ob jene Schiedsrichterdiskussionen nun weitergehen oder doch einmal das Gras des Spielfeldes darüber wächst. Geht es allerdings nach Hitzfeld und Bachhuber, dann sollte der eine oder andere Offizielle sich ernsthaft Gedanken machen, ob er die richtige Berufswahl getroffen hat. Überwiegend letztendlich dann die Zweifel, gibt es ja immer noch Plan B: Eine Reise nach Irgendwo. Hauptsache es gibt dort einen Sandstrand.

Foto: Fotolia

 

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