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„Das Ziel ist klar formuliert“
Donnerstag, den 24. November 2011 um 18:10 Uhr

Ernst, aber nicht bedrohlich. So kann man die Situation beim FC Gerolfing zusammenfassen. Nach fünf Niederlagen in Folge kriselt es beim Klub. Eine Situation, über die Gerolfings Abteilungsleiter Hans Reuther nur bedingt überrascht ist.

 

 

Seit der 0:1-Niederlage gegen den FT Starnberg ist beim FC Gerolfing der Erfolgsfaden gerissen. Haben Sie dafür eine Begründung?

„Keiner im Verein hat vor der Saison mit einem gradlinigen Saisonverlauf gerechnet Diese Höhen und Tiefen sind bei so einer jungen Mannschaft völlig normal. Das ist keine überraschende Situation. Einige Spieler haben derzeit mental und auch körperlich einen Durchhänger, für einige ist es schließlich die erste Saison bei den Senioren!“

 

Aber es ist sicherlich nicht nur ein Kraftproblem?

„Natürlich fehlen in unserem Team erfahrene Leadertypen. Im Aufgebot sind eigentlich nur zwei routinierte Jungs: Rene Übler und Kapitän Steffen Schneider, der aber auch erst 23 Jahre alt ist ! Auch er hat noch nicht so viele schwierige Situationen mitgemacht. Es fehlt derzeit einfach jemand, der Ruhe ins Spiel bringt und die Mannschaft führt. Auch im Abwehrverhalten fehlt die ordnende Hand, unsere Fehler werden meist sofort bestraft.“

 

Bedeutet dies, dass der Vorstand die Situation falsch eingeschätzt hat?

Wir wollten ja mit einigen Leistungsträgern weiterarbeiten, aber die einen wollten nicht und andere haben die Umstellung auf leistungsbezogene Bezahlung nicht mitgemacht. Zum Saisonbeginn kamen dann überraschend Akklimatisationsprobleme zwischen unserem Trainer und den wenigen Verbliebenen im Kader dazu. Martin Stanek und Victor Knoll sind nur noch passiv dabei, Berti Schneider ist kurzfristig noch gewechselt und Christian Tyroller kann momentan aus beruflichen Gründen nur noch in der zweiten Mannschaft mitspielen. Zudem ist Abwehrspieler Patrick Müller wegen eines Kreuzbandrisses lange verletzt. Diese zusätzlichen Lücken machen sich nun eben bemerkbar.“

 

Muss man damit in der Winterpause noch mal personell nachlegen?

„Wir wollen das letzte Spiel erfolgreich über die Bühne bringen. Dann werden wir uns zusammensetzten und Bilanz über die bisherige Saison ziehen. Da können dann Trainer Peter Mack und Uwe Weinrich ihre Vorschläge für den personellen Bereich einbringen. Der Transfermarkt öffnet ja erst am 1. Januar. Es gibt aber im finanziellen Bereich wenig Spielräume beim FC Gerolfing.“

 


Wird in dieser Sitzung auch über die Zukunft des Trainers gesprochen?

„Es gibt aktuell keine Trainerdiskussion, wir lassen beide in Ruhe arbeiten und sind überzeugt, dass unser Saisonziel noch immer erreichbar ist!“

 

Die Situation bleibt unabhängig vom Spiel aber ernst. Auch darüber wird sicher zu sprechen sein!

„Natürlich werden wir die Situation nicht unterschätzen, denn unsere Zielsetzung darf nicht in Gefahr geraten. Wir hatten schon in einigen Spielen in der Saison das Glück gehabt, dass wir noch kurz vor dem Ende das wichtige Tor geschossen haben. Sicher wird es in der Rückrunde kaum Spiele geben, bei denen man die Punkte sicher auf dem Konto hat, das wird noch ein heißer Tanz um die Aufstiegs- und Relegationsplätze werden.“

 

Heißt dies, dass man nun die Zielstellung, also den Aufstieg, schon nach unten korrigiert hat?

„Ganz klar nein, das Ziel ist klar formuliert und von allen verinnerlicht. Das ist ein Platz unter den ersten Sechs. Wir wollen möglichst den direkten Aufstieg ohne Relegationsspiele, um die neue Saison gut planen zu können. Eine Alternative hierzu gibt es nicht, weil ja die BOL bekanntermaßen abgeschafft wird.“


Sie trauen der Mannschaft noch dieses Ziel zu?

„Wir sind fest davon überzeugt, dass die Mannschaft das Format dazu hat und ihr volles Leistungsvermögen auch bald wieder abrufen kann.“


Das klingt alles sehr harmonisch. Die Stimmung der Fans ist eine andere!

„Wenn die Mannschaft ein paar Spiele erfolgreich bestreitet, ist auch die Freude und Begeisterung bei den Fans wie in vielen Heimspielen der Vorrunde gleich wieder da. Sicher gibt es immer Zuschauer, die mit der einen oder anderen Trainerentscheidung nicht zufrieden sind. Da muss man erst Mal das nötige Fingerspitzengefühl von unserer Seite zeigen.“

 

Da Sie es ansprechen, die Kritik wird vor allem laut an der Personalie Patrick Mack, der eine Stammplatzgarantie zu haben scheint.

„Er wird sicher keinen Freibrief haben. Der Trainer würde sich damit keinen Gefallen tun, wenn er ihn bei schlechten Leistungen aufstellt. Zudem waren die Alternativen mitunter auch verletzt (Anikin). Aus eigener Erfahrung weiß ich (Reuther war selbst Trainer beim FCG von 96 -99 und hatte seine Söhne im Kader), dass man dabei sehr strenge Maßstäbe anlegen muss. Da ist der Trainer aber selbst gefordert und muss seinen eigenen Weg gehen. Für das Ergebnis ist der Coach letztlich auch verantwortlich, wir mischen uns dabei grundsätzlich nicht in die Mannschaftsaufstellung ein.“ (ca)

 

Hier noch das Umfragergebnis zur Frage der letzten Woche:

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. November 2011 um 18:20 Uhr
 
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